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Wie funktioniert das denn mit den Teilleistungen? Und was haben Teilleistungen mit Schreiben, Lesen und Rechnen zu tun?

August 18, 2017

 

 

Was hat es denn mit diesen Teilleistungen überhaupt auf sich, und was haben sie mit dem Schreiben, Lesen oder Rechnen zu tun?

 

Teilleistungen sind die Basisfunktionen unseres Gehirns. Wir brauchen sie, um Informationen zu verarbeiten. Während Sie diese Wörter lesen, laufen in Ihrem Gehirn verschiedene informationsverarbeitende Prozesse ab. Die Teilleistungen des Gehirns bauen aufeinander auf und sind wie wichtige Mauern in einem Haus. Fehlt eine wichtige Mauer, dann wird das Haus irgendwann zusammenstürzen oder zumindest wackeln. Und was hat das mit Legasthenie oder Lernschwächen zu tun? 

 

Ich erkläre das anhand eines Beispiels.

 

Welche Leistungen muss ein Gehirn eines Kindes erbringen, wenn es eine Ansage schreiben muss? 

 

Damit ein Kind einen angesagten Satz richtig in ein Heft schreiben kann, muss es zuerst den Satz richtig verstehen. Es muss die Aufmerksamkeit auf die Stimme der Lehrerin richten und das Gesagte aus der Umgebung rausfiltern. Dazu darf sich das Kind nicht von störenden oder interessanten Geräuschen, z.B. vom Rascheln des Nachbarn, vom Tratschen der anderen Schüler oder vom Lärm einer Klasse auf dem Schulgang ablenken lassen. Dazu benötigt das Kind die Fähigkeit der auditiven Figurgrunddifferenzierung. Ähnlich klingende Wörter dürfen nicht verwechselt werden. Dabei hilft die auditive Differenzierung. Um sich den Satz richtig zu merken, benützt das Kind das auditive Gedächtnis. So weit so gut! Jetzt bringt das Kind das Gehörte in sein Heft. Dazu muss es den gemerkten Satz zerlegen und die einzelnen Wörter in die einzelnen Buchstaben. Im besten Fall sind die Wortbilder im visuellen Gedächtnis gespeichert. Das Kind muss jetzt die einzelnen Buchstaben aus dem visuellen Gedächtnis abrufen und ähnlich aussehende Buchstaben - d oder b, p oder b, D oder P - richtig unterscheiden. Dabei benützt es die visuelle Differenzierung, aber auch die Raumorientierung, weil ein d wie ein b, das in die andere Richtung schaut, aussieht. Um das, was die Lehrerin gesagt hat, in etwas zu übersetzen, das auf einem Papier sichtbar ist, benötigt das Kind die Fähigkeit der Intermodalität

 

Hat ein Kind in einem oder mehreren dieser Bereiche eine Schwäche, dann wird es nicht oder nur sehr mühsam zu einem richtigen Ergebnis kommen. Es fehlen ein paar tragende Mauern und das Haus wird nicht halten. Das Kind braucht vielleicht für die einzelnen Teilschritte länger, es kommt in Stress und verliert irgendwann den Faden. Das Ergebnis der Ansage wird also fehlerhaft sein. Zumindest fehlerhaft im Sinne unseres Bildungssystems, das festlegt, wie ein Wort oder ein Buchstabe auszusehen hat. 

 

Liegt die Schwäche in der auditiven Figurgrunddifferenzierung, dann wird das Kind den Satz nicht ganz wahrnehmen, weil es sich ablenken lässt. Es kann sich nicht konzentrieren. Hat das Kind eine Schwäche in der auditiven Differenzierung, dann kann es den Satz zwar hören, und ihn sich merken, es wird sich aber schwer tun, die einzelnen Buchstaben und Worte auseinander zu halten. Hat das Kind eine Schwäche im visuellen Gedächtnis, dann kann sich das Kind den gehörten Satz zwar merken, aber es hat keine Wortbilder zu den gehörten Worten gespeichert. Und kommt dann noch eine Schwäche in der auditiven Differenzierung dazu, dann kann es die einzelnen Buchstaben - b und p, s und z, t und d etc. - nicht voneinander unterscheiden, und das geschriebene Wort wird falsch auf dem Papier stehen. So entsteht dann das Symptom einer Rechtschreibschwäche oder Legasthenie. 

 

Beim Rechnen ist es ähnlich. Um eine Rechnung 2 + 3 * 4 = 14 richtig rechnen zu können, braucht ein Kind die visuelle Differenzierung, um die Unterschiede zwischen - und + oder * und : zu erkennen. Es braucht die Serialität, um Punkt vor Strich zu rechnen, das auditive Gedächtnis, um sich das Ergebnis im Kopf zu merken, die Intermodalität, um die Zahl im Kopf in eine Zahl auf dem Papier umzuwandeln, die Raumorientierung, um sich im Zahlenraum zu orientieren und die taktil-kinästhetische Bewegung für einen geschickten Schreibprozess, damit das Geschrieben auch leserlich ist. Hat das Kind eine Schwäche in der Serialität, dann wird es vielleicht die Zahlen verdrehen oder Strich vor Punkt rechnen. 

 

Man stelle sich vor, ein Kind hat eine Rechen-Textaufgabe zu lösen. Da hat das Gehirn ganz schon viel zu tun. Ein Kind mit Teilleistungsschwächen wird nur sehr schwer zum richtigen Ergebnis kommen und wird sich dafür sehr anstrengen müssen. 

 

Teilleistungsschwächen zeigen sich aber nicht erst beim Lernen.

 

Eine Schwäche in der auditiven Differenzierung kann z.B. zu einer schlechten Aussprache führen. Außerdem tut sich das Kind schwer, die Sprachmelodie zu unterscheiden. Ob das Gesagte dringlich gemeint ist oder lediglich eine neutrale Mitteilung ist, kann das Kind nicht oder nur schwer wahrnehmen. Das wäre nur ein Beispiel von vielen möglichen. 

 

So ist jedes Gehirn speziell. Wichtig ist, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit, die Welt wahrzunehmen, respektiert wird. Schwächen, die dem Kind Probleme bereiten, lassen sich durch gezieltes Training meistens gut beheben, sodass das Kind wieder mehr Freude am Schreiben, Lesen und Rechnen hat. 

 

Wichtig ist, dass man nicht aufgrund eines Symptoms oder aufgrund von bestimmten Fehlern auf die Ursache schließen kann. 

 

Um mit Sicherheit zu wissen, ob und welche Teilleistungen betroffen sind, braucht es eine gezielte Überprüfung, z.B. mit dem von Dr. Sindelar entwickelten Verfahren zur Erfassung von Teilleistungsschwächen.

 

Haben Sie Fragen oder möchten Sie Ihr Kind austesten lassen, dann schicken Sie mir eine Nachricht

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