Wie funktioniert das denn mit den Teilleistungen? Und was haben Teilleistungen mit Schreiben, Lesen


Was hat es denn mit diesen Teilleistungen überhaupt auf sich, und was haben sie mit dem Schreiben, Lesen oder Rechnen zu tun?

Teilleistungen sind die Basisfunktionen unseres Gehirns. Wir brauchen sie, um Informationen zu verarbeiten. Während Sie diese Wörter lesen, laufen in Ihrem Gehirn verschiedene informationsverarbeitende Prozesse ab. Die Teilleistungen des Gehirns bauen aufeinander auf und sind wie wichtige Mauern in einem Haus. Fehlt eine wichtige Mauer, dann wird das Haus irgendwann zusammenstürzen oder zumindest wackeln. Und was hat das mit Legasthenie oder Lernschwächen zu tun?

Ich erkläre das anhand eines Beispiels.

Welche Leistungen muss ein Gehirn eines Kindes erbringen, wenn es eine Ansage schreiben muss?

Damit ein Kind einen angesagten Satz richtig in ein Heft schreiben kann, muss es zuerst den Satz richtig verstehen. Es muss die Aufmerksamkeit auf die Stimme der Lehrerin richten und das Gesagte aus der Umgebung rausfiltern. Dazu darf sich das Kind nicht von störenden oder interessanten Geräuschen, z.B. vom Rascheln des Nachbarn, vom Tratschen der anderen Schüler oder vom Lärm einer Klasse auf dem Schulgang ablenken lassen. Dazu benötigt das Kind die Fähigkeit der auditiven Figurgrunddifferenzierung. Ähnlich klingende Wörter dürfen nicht verwechselt werden. Dabei hilft die auditive Differenzierung. Um sich den Satz richtig zu merken, benützt das Kind das auditive Gedächtnis. So weit so gut! Jetzt bringt das Kind das Gehörte in sein Heft. Dazu muss es den gemerkten Satz zerlegen und die einzelnen Wörter in die einzelnen Buchstaben. Im besten Fall sind die Wortbilder im visuellen Gedächtnis gespeichert. Das Kind muss jetzt die einzelnen Buchstaben aus dem visuellen Gedächtnis abrufen und ähnlich aussehende Buchstaben - d oder b, p oder b, D oder P - richtig unterscheiden. Dabei benützt es die visuelle Differenzierung, aber auch die Raumorientierung, weil ein d wie ein b, das in die andere Richtung schaut, aussieht. Um das, was die Lehrerin gesagt hat, in etwas zu übersetzen, das auf einem Papier sichtbar ist, benötigt das Kind die Fähigkeit der Intermodalität.

Hat ein Kind in einem oder mehreren dieser Bereiche eine Schwäche, dann wird es nicht